Schönheit

Das Zusammenleben mit den Flüchtlingen verschafft mir einen neuen Zugang zum Verständnis von Schönheit, und weil Schönheit Herz und Sinne für die Liebe öffnet, wächst so bei mir auch die Menschenliebe.

Ich finde diese Menschen schön. Warum das? Lesen → (Schönheit)

Selbsterfahrungsgruppe

Seit ein paar Monaten habe ich den Eindruck als befände sich ganz Deutschland in einer Selbsterfahrungsgruppe. Das Motto »Mensch, erkenne dich selbst«, das am Eingang zu dem berühmtesten Heiligtum der Antike, dem Apollotempel von Delphi stand, war bei uns bisher nur für einige Subkulturen am Rande der Gesellschaft von großer Bedeutung. Heute kann unser ganzes Land, vielleicht die ganze Welt dem nicht mehr ausweichen.

Ist das zu optimistisch gedacht? Die Aussichten, dass wir Bewohner dieses Planeten als Ganzes an Weisheit gewinnen, sind nicht gut. Dennoch: Meine Begegnungen mit ganz normalen Deutschen, die bisher mit Selbsterkenntnis, Meditation oder der faustischen Suche (»Da steh ich nun, ich armer Tor …«) nicht viel am Hut hatten, zeigen mir, dass sich zumindest bei uns im Land etwas geändert hat. Es ist schwieriger denn je geworden, einfach so weiter zu machen wie bisher. Lesen → (Selbsterfahrungsgruppe)

Rundbrief Nr. 137 vom Februar/März 2016

Liebe Freunde,

das Leben mit den Flüchtlingen ist sehr fordernd, deshalb hat sich der Februar Rundbrief leider wieder verspätet und ist nun zum Februar/März Rundbrief geworden. Obwohl ich in diesem Jahr doch sogar mehr als einmal im Moment was rausschicken wollte. Das beabsichtige ich weiterhin und bleibe auch diesbezüglich optimistisch – wir schaffen das! Lesen → (Rundbrief Nr. 137 vom Februar/März 2016)

Im Austausch mit unseren Gästen

Heute vor einer Woche hatten wir unser Tanzfest Freitanz haben wir es genannt, in Anlehnung an die »Freitänzer«-Events aus München und anderen Städten, die es auch mal bei uns in der Region gab, hier Nähe von Vilsbiburg.

Bis auf einen der Afghanen haben alle mitgetanzt. Dieser eine, scheue Tanz-Abstinenzler sagte, er habe in Afghanistan einen Lehrer gehabt (»my leader«, er zeigte mir das Foto auf seinem Handy und war dabei den Tränen nahe), der seiner Anhängerschaft das Tanzen untersagt hatte und von den Taliban erschossen wurde. Sonst waren alle da, die Syrer und die Afghanen, auch die Kinder, der dreijährige Amir und der neunjährige Zain, und es waren einige unserer Freunde aus Niedertaufkirchen, Mühldorf und Töging gekommen. Die Erfahrung war so ermutigend, dass wir das wieder machen werden: Lesen → (Im Austausch mit unseren Gästen)

Angst vor Fanatikern

Zwei Tage nach den beiden Familien aus Damaskus und Kabul kamen bei uns drei Männer aus Afghanistan an. Die zuständige Asylsozialberaterin wies ihnen die Zimmer zu und teilte dabei einem Hazara (eine mongolisch-stämmige Ethnie aus Zentralafghanistan) ein Zimmer zusammen mit einem Pashtunen zu. »Das geht nicht«, sagte der Hazara in gebrochenem Englisch, »ich habe Angst!«. Die Pashtunen hätten an den Hazara Massaker begangen, sie würden mit den Taliban paktieren. Da wusste ich erstmal nicht, was ich damit anstellen sollte.

»Wer wo wohnt, das ist kein Wunschkonzert«, sagte die Sozialberaterin mit fester Stimme. Lesen → (Angst vor Fanatikern)