Frauenrechtlerinnen unter den Flüchtlingen

Die erste Familie, die hier im Haus ankam, hatte zwei schön geheizte Zimmer zur Verfügung, ein großes für Vater-Mutter-Kind (das war mein früheres Arbeitszimmer), und eines für den 18-jährigen Bruder der Mutter. Sie hatten vom Landratsamt Geld bekommen, hatten aber noch nichts zu essen, deshalb fuhr ich mit den beiden Männern in den nächsten Ort zum Einkaufen, denn hier in Niedertaufkirchen gibt es leider keinen Lebensmittelladen mehr. Wir fuhren zum Penny, dort hatte auch ich was zu besorgen. Der Frau an der Kasse, ich kenne sie seit langem, sagte ich, dass das meine neuen Mitbewohner seien. Payam, der Familienvater kaufte für 70 € ein, der jüngere Bruder der Mutter für 20 €. Wieviel Geld bekommen die eigentlich? Sie hätte was von 600 € gehört, sagte die Frau an der Kasse. Waaaas, so viel? Lesen → (Frauenrechtlerinnen unter den Flüchtlingen)

Wohnen mit Flüchtlingen

Diese Woche sind elf Flüchtlinge bei uns im Connectionhaus eingezogen. Zuerst kam eine vierköpfige Familie aus Afghanistan, dann eine eben so große Familie aus Syrien, gestern noch drei Männer aus Afghanistan. Von einigen haben wir schon die ihre Geschichten gehört, wie sie hergekommen sind und warum. Mit den vier aus Syrien ist gestern und heute so viel Nähe entstanden, dass Inge vorhin sagte: »Es ist wie Familie mit ihnen.« Wir laden uns gegenseitig zum Essen oder Teetrinken ein und verständigen uns so gut wir können. Mit den Syrern geht das einigermaßen in gebrochenem Englisch, mit den Afghanen mehr körpersprachlich, pantomimisch. Besonders die beiden kleinen Familien haben wir schon jetzt tief ins Herz geschlossen; sie leben mit uns auf einer Etage und sie waren die ersten. Jetzt sind sie zwei und drei Tage hier im Haus. Die Kinder fassen am schnellsten Vertrauen, dann die Frauen, dann die Männer.

Als ich gestern mit all den Eindrücken von unseren neuen Hausbewohnern ins Bett ging, waren mir die Reisen wieder präsent, die ich mit 18 und 22 in diese Länder (Türkei, Iran, Afghanistan, Syrien) unternommen hatte. Lesen → (Wohnen mit Flüchtlingen)